Ich gebe es zu: Es gibt Dinge im digitalen Raum, die mich nerven. Dazu gehören visuelle und interaktive Elemente, die mehr kognitive Belastung (Cognitive Load) als Nutzen erzeugen: Texte, die aggressiv einfliegen, Bilder, die zoomen, wenn man mit der Maus darüberfährt, übermäßige Schatten, Bewegungen, Slideshows und Hover-Effekte. Alles will Aufmerksamkeit, und oft sogar gleichzeitig.

Manchmal fühlt sich das an wie vor langer Zeit in PowerPoint: Hauptsache, etwas bewegt sich. Inhalt? Nebensache.

Reduzierte kognitive Belastung und Usability

Kommunikation ist jedoch keine Zaubershow. Es kommt nicht darauf an, wie oft etwas blinkt, sondern ob es verstanden wird.

Überladene Schnittstellen erhöhen die extrinsische kognitive Belastung – also den mentalen Aufwand, den Nutzer betreiben müssen, der nicht direkt mit dem eigentlichen Ziel (Information aufnehmen, Aufgabe erledigen) zusammenhängt. Diese unnötige mentale Anstrengung führt zu Frustration, Fehlern und letztendlich dazu, dass Besucher die Website verlassen.

Ich glaube fest daran, dass gute Gestaltung nicht laut, sondern klar sein muss.

Konsistenz schlägt den Trend: Das Gesetz der Vertrautheit

Deshalb mache ich keine Projekte, die sich ausschließlich an kurzlebigen Trends orientieren, sondern an Menschen. An dem, was gesagt werden soll. An dem, was gebraucht wird. Und daran, was auch noch in einem halben Jahr funktioniert.

Dies entspricht dem grundlegenden Usability-Prinzip von Jakob Nielsen, bekannt als Jakob’s Law: „Users spend most of their time on other sites. This means that users prefer your site to work the same way as all the other sites they already know.“ (Nutzer verbringen die meiste Zeit auf anderen Websites. Das bedeutet, sie erwarten, dass Ihre Website genauso funktioniert wie alle anderen, die sie bereits kennen.)

Unkonventionelle, trendige Effekte verstoßen oft gegen diese Erwartungen, was die Vertrautheit verringert und die Lernkurve erhöht. Ein Design, das auf etablierten Mustern (Konventionen) basiert, verringert die kognitive Belastung und erhöht die Effizienz der Aufgabenerledigung.

Ästhetisches und minimalistisches Design

Klarheit ist kein Designtrend. Klarheit ist eine Haltung. Sie zeigt sich in Sprache, Struktur und Technik. Und sie entsteht, wenn man bereit ist, Dinge wegzulassen.

Dieser Ansatz wird auch durch die Usability-Heuristik „Ästhetisches und minimalistisches Design“ von Jakob Nielsen gestützt. Diese besagt: „Dialoge sollten keine irrelevanten oder selten benötigten Informationen enthalten. Jede zusätzliche Informationseinheit in einem Dialog konkurriert mit den relevanten Informationseinheiten und reduziert deren relative Sichtbarkeit.“

Das heißt: Jedes unnötige Element – sei es ein Text, ein Bild oder eine Animation – konkurriert um die Aufmerksamkeit des Nutzers und macht die Kommunikation weniger effektiv.

Ich mag digitale Projekte, die wirken, ohne laut zu sein. Die Orientierung geben. Die ehrlich sind. Wenn dann doch mal etwas animiert ist, dann hat das einen Grund – nicht, weil es geht, sondern weil es hilft, beispielsweise um den Systemstatus sichtbar zu machen (eine weitere Nielsen-Heuristik) oder um Aufmerksamkeit gezielt auf eine wichtige Information zu lenken.

Wenn du ein solches Projekt vorhast oder Klarheit inmitten von Trendgewitter und Technikdschungel brauchst, melde dich gern. Ich helfe dir, den richtigen Rahmen zu finden, der auf bewährten Usability-Prinzipien und nachhaltiger Effizienz basiert.

Quellen:
https://lawsofux.com/jakobs-law/
https://lawsofux.com/cognitive-load/
https://how.dev/answers/what-is-aesthetic-and-minimalist-design-in-ux

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